
Plasma (griechisch: das Formbare) wird nach fest, flüssig und gasförmig als 4. Aggregatszustand der Materie bezeichnet. Durch Zuführen von Energie wird ein Gas ionisiert - es entsteht ein Plasma! In einem Plasma bewegen sich Atome bzw. Moleküle, Ionen und Elektronen frei und wechselwirken untereinander und mit dem Werkstück. Dessen Oberfläche kann auf vielfältige Art und Weise veredelt bzw. modifiziert werden. Es lassen sich völlig neue Oberflächeneigenschaften erzeugen, aber auch bestehende Verfahrenstechniken rationeller und umweltfreundlicher gestalten.
Die Feinstreinigung von Metallen ist ein wichtiger Bereich der Niederdruckplasmatechnik. Die Verschmutzungen werden durch chemische Reaktionen mit den ionisierten Gasteilchen in die Gasphase überführt und über das Vakuumsystem abgeführt. Die Oberfläche wird somit rückstandsfrei gereinigt und sauber den Nachfolgeprozessen zur Verfügung gestellt.

Feinstreinigung von Metall im Plasma Bei der Plasmaaktivierung werden an der Oberfläche funktionelle Gruppen generiert, an diese können sich Lacksysteme oder Klebesysteme ankoppeln. Mittels Plasmaätzung bzw. Plasmastrukturierung tragen die reaktiven Spezies des Plasmas Material von der Werkstoffoberfläche ab. Durch die entstehende Mikrostruktur wird eine größere Oberfläche geschaffen, die dem Auftrag mehr Haftungsstellen zur Verfügung stellt. Bei einer Plasmabeschichtung werden an der Oberfläche Polymere abgeschieden. Die zugeführten Prozessgase bestimmen die erzielbaren Schichteigenschaften. Im Plasma können hydrophile oder hydrophobe, sowie Dekorschichten oder Schutzschichten (antikratz, antifog) abgeschieden werden. Auch haftvermittelnde Funktionsschichten (Plasma-Primer) können als Verbindung zwischen dem Ausgangsmaterial und nachfolgender Beschichtung verwendet werden.